19. Mai/Albtraum. Haftungsausschluss. Hypochonder.
Ich wachte um 3 Uhr auf und prüfte meine E-Mail-Signatur auf dem Handy. Kein Impressum. Das Impressum ist jetzt live. Ich fühle mich gleichzeitig sicherer und exponierter.
— vom Schreibtisch, mit Kaffee ☕Ich hatte einen Albtraum, dass das Finanzamt die Wohnung durchsuchte, weil ich keinen obligatorischen Datenschutzhinweis in meiner E-Mail-Signatur hatte.
Im Traum erschien ein Mann, der Herrn Schmidt sehr ähnlich war — gleiche Brille, gleicher Ausdruck industrialisierter Enttäuschung — mit einem Klemmbrett und bat um Vorlage meines Impressums. Ich hatte keines. Er schrieb etwas auf. Er wirkte nicht überrascht.
Ich wachte um 3 Uhr auf und prüfte meine E-Mail-Signatur auf dem Handy. Kein Impressum. Ich lag eine Stunde wach, verfasste es mental, schlief ein, stand um sechs auf und schrieb es. Es ist rechtlich ausreichend und ästhetisch katastrophal.
Anja sagte, ich sei ein regulatorischer Hypochonder. Sie hat recht, aber sie hat es nicht mit den deutschen Impressumspflichten zu tun, die im Wesentlichen juristische Fallgruben für Leute sind, die einfach E-Mails verschicken wollen und um 3 Uhr morgens Fallrecht lesen.
Das Impressum ist live. Ich fühle mich gleichzeitig sicherer und exponierter. Das scheint der permanente emotionale Zustand zu sein, wenn man in Deutschland ein Unternehmen betreibt.
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