25. Mai/Nullmeldung. Phantom. Dabei.
Ich habe ein Phantombedürfnis entwickelt, irgendetwas einzureichen. Einfach die Hand zu heben und zu sagen: Ich bin hier, ich bin operativ, bitte nehmen Sie meine Präsenz zur Kenntnis.
— vom Schreibtisch, mit Kaffee ☕Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Die quartalsweise Angst kommt trotzdem, wie eine Jahreszeit, die keinen Kalender prüft.
Ich bin als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuervoranmeldung befreit, was theoretisch bedeutet, dass ich nichts zu tun habe. Und doch habe ich ein Phantombedürfnis entwickelt, irgendetwas einzureichen. Die Hand zu heben. Zu sagen: Ich bin hier, ich bin operativ, nehmen Sie bitte meine Präsenz im nationalen Verwaltungsregister zur Kenntnis.
Ich habe nachgeforscht, ob ich eine Nullmeldung abgeben kann. Ja, technisch gesehen, aber es dient keinem Zweck und könnte den Sachbearbeiter verwirren. Ich habe beschlossen, den Sachbearbeiter nicht zu verwirren. Ich habe einen Sachbearbeiter getroffen. Ich möchte ihm keine zusätzlichen Gründe geben, meine Akte anzuschauen.
Anja sagt, meine Beziehung zum Finanzamt sei parasozial. Ich glaube, sie meint es als Kritik. Ich bin nicht ganz sicher, ob sie unrecht hat.
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